Rundgang

weiter

Kirche und Kapellen


Die katholische Pfarrkirche St. Johannes (Evgl.)

Mit dem Bau der Kirche began man, als Graf Gottfried von Arnsberg den Eversbergern anno 1242 die Stadtrechte verlieh. Sie wurde im romanisch-gothischen Übergangsstil errichtet. Der gewaltige Turm war als Wehrturm gedacht, als Zuflucht in äusserster Not. Er hatte ursprünglich ein pyramidenförmiges, mit Blei gedecktes Dach. Die jetzige wunderschöne Barockhaube erhielt der stärkste und mächtigste Kirchturm im Hochsauerlandkreis im Jahre 1712 durch den Meister Conrad Hesse aus Hallenberg.

die Kirche

Die Eversberger Kirche - im Grundriss der Kirche in Schmallenberg, im äusseren Baukörper der Kirche in Wormbach ähnlich, im Aufbau freier als beide - zeigt mit ihrem inneren Raumbild am stärksten den Eingang in die Gothik. Sowohl das Gewölbe wie auch das ganze Stützsystem, der Spitzbogen, der überall wiederkehrt, lassen hier einen neuen Baugeist, vorwärtstreibende Kräfte verspüren, die dieser Halle ihr besonderes Gepräge geben.

Vier mächtige Säulen tragen das romanische Kreuzgewölbe der dreischiffigen Hallenkirche. In der Architektur und in der Innenausstattung der Kirche sind ebenso wie in Schmallenberg, Wormbach und Meschede Anregungen und Einflüsse des ehemaligen Klosters Grafschaft unverkennbar, die sich auch in den meisten der 38 Kirchen und 80 Kapellen des Kreises Meschede widerspiegeln, von denen viele als kunst- und bauhistorische Kleinodien gelten. Sie alle atmen den Geist, der diesen Raum und seine Menschen geprägt hat.
Bei der Neugestaltung der Kirche im Jahre 1934 wurden in einem Gewölbefeld des Mittelschiffes eigentümlich geartete Malereien von bizzarren, einzigartigen Tierdarstellungen aufgedeckt, während in Chorraum Bilder des 14. Jahrhunderts freigelegt wurden.
Altäre, Beichtstühle und das Orgelgehäuse stammen aus der Schnitzerschule der Grafschafter Mönche aus der Zeit nach dem 7jährigen Kriege. Die Seitenaltäre und das Orgelgehäuse gehören schon der nachfolgenden Kunstrichtung des Rokoko an. Die kunstvollen Figuren in der Kirche sind meist mit der Geschichte der Stadt und ihrer Bürger verbunden.

Im Jahr 2000 wurden die Glocken erneuert und nach einer festlichen Glockenweihe im Turm montiert.

Kapellen und Bildstöcke innerhalb des Ortes und in der Feldflur von Eversberg erinnern an vergangene Notzeiten und zeugen von der Volksfrömmigkeit unserer Vorfahren.


Die Rochus-Kapelle
Die Rochus-Kapelle

Als im 30jährigen Krieg die Pest in Eversberg wütete, gelobte man, zu Ehren des Pestpatrons St. Rochus eine Kapelle zu bauen und jährlich eine Prozession zu halten, die auch heute noch alljährlich gegangen wird. Die Rochus-Kapelle wurde in der Mittelstrasse gegenüber der Sparkasse erbaut. Nachdem die ursprüngliche Kapelle baufällig geworden war, wurde die jetzige in neuzeitlichem Stil errichtet. Vier hübsche Fenster mit Darstellungen aus Eversberg und Wappenbildern erhellen das Innere des gewölblen Raumes.

 

Die Kapelle zu Ehren der hl. Luzia
Die Luzia-Kapelle

Am ehemaligen Südtor der Stadt, wo im Mittelalter eine Marienkapelle gestanden hatte, wurde 1739 eine neue Kapelle zu Ehren der hl. Luzia erbaut. Anlass war die Ruhrepidemie des Jahres 1737, die 50 Todesopfer forderte.

 

Die Lingscheider Kapelle
Die Lingscheider Kapelle

Die Lingscheider Kapelle in der Feldmark westlich von Eversberg, früher den 12 Aposteln, dann der hl. Dreifaltigkeit geweiht, birgt einen geschnitzten barocken Gnadenstuhl mit einer Kreuzigungsgruppe. Geschmückt ist sie mit Blumen- und Früchteornamenten. Die Kapelle ist vermutlich erst nach 1635 errichtet worden.

Früher breiteten über 300jährige Linden ihr Geäst schützend über das schmucke Gebäude, sie mußten aus Sicherheitsgründen leider gefällt werden.

Die Lingscheider Kapelle Die Lingscheider Kapelle

 

Die Birmeken-Kapelle
Die Birmeken-Kapelle

In der Birmekenkapelle an einem Feldweg im Südwesten steht in einer Nische eine schätzungsweise über 300 Jahre alte Pietá. Die Kapelle ist vermutlich erst nach 1635 errichtet worden.

das Fuenfwundenkreuz

Ausser den genannten Kapellen gibt es noch mehrere aus Sandstein gefertigte Bildstöcke, die bei den Feldprozessionen als Staionen benutzt werden. Von ihnen ist das "Fünfwundenkreuz" an der Mittelstrasse beachtenswert. Dies ist das älteste Feldkreuz Eversbergs, das früher am Lingscheidt stand. Dort wurde 1679 Caspar Hengesbach (ein Familienzweig, der auch Wolrabe, Raven oder Rappen genannt wurde) vom Blitz erschlagen. Daher wird das Kreuz auch "Rappen Kruize" genannt. Es ist errichtet aus schwarzgrünem Sandstein, in barocken Formen, hat unten eine Nische, trägt keinen Korpus, wohl aber einen Dornenkranz, Hände und Füße des Heilandes, die aus dem Stein herausgearbeitet sind.

Homepage   weiter